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Auch wenn der Feiertag Mariä Himmelfahrt ein wenig vom Glanz der vergangenen Jahre verloren hat, ist er doch noch ein ganz wichtiger Tag im Kirchenjahr, hatte Pfarrer Matthias Lotz in seiner Predigt den Gläubigen Mut gemacht.

 Die Diskussion um die Aufnahme Marias in den Himmel sei heutzutage sehr unterschiedlich und gebe doch den Gläubigen Hoffnung, fuhr er fort.
In einem sehr gut besuchten Gottesdienst in der Pfarrkirche Mariä Geburt in Höchberg segnete er zum Abschluss des Gottesdienstes die Kräuterbüschel, die im Vorhinein von den Mitgliedern des Katholischen Frauenbundes von Hand gesammelt und anschließend gebunden worden waren.
Seit über 20 Jahren wird dieser Brauch in Höchberg wieder gepflegt und die Damen hatten im Vorfeld alle Hände voll zu tun. Der Geruch von verschiedenen Kräutern und Gewächsen lag über dem Bindeplatz im Garten des Pfarrheims, als sich die Frauen zum Binden trafen. Vor ihnen ausgebreitet lagen große Büschel, von denen sich jeder die Kräuter nehmen konnte, welche er für seinen Strauß verwenden wollte. „Früher haben wir auf den Äckern und Fluren Kräuter gesammelt, aber da gab es manchmal Ärger mit den Eigentümern des Bodens. Nun sammeln wir in Höchberger Gärten unsere Zutaten", so Brigitte Nickel.
In großen Körben waren die Kräuterbüschel um den Altar verteilt. Auch Pfarrer Matthias Lotz hatte dabei seinen Lieblingsstrauß entdeckt und nahm ihn gerne mit nach Hause, wo er einen Ehrenplatz im Eingangsbereich bekommen soll. Da war er nicht anders als seine Glaubensbrüder und -Schwestern, die gerne Sträuße für sich und ihre Familienmitglieder mitnahmen. Die spirituelle Wirkung der Kräuterbüschel ist auch in unserer aufgeklärten Welt noch nicht ganz verloren gegangen. Schön, wenn solche Traditionen gepflegt und bewahrt werden, wie in Höchberg vom Katholischen Frauenbund, hörte man von vielen Gottesdienstbesuchern.

Matthias Ernst, (Fassung leicht gekürzt.)

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