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„Ein Anker als Halt in ausweglosen Lebenssituationen" – unter diesem Motto stand diesmal unser alternativer Stadtrundgang "Würzburg offside". Bereits seit über zwei Jahren nehmen wir junge Menschen auf eine etwas andere Stadtführung, eine Führung zum Thema „Wohnungslosigkeit" durch Würzburg mit.

An insgesamt fünf Stationen in der Stadt hat eine Firmgruppe aus Höchberg mit ihren Begleiter*innen Einblicke in die Lebenswelt von wohnungslosen Menschen erhalten. Die Wärmestube, der Caritasladen, underground, das Johann-Weber-Haus und die Kurzzeitübernachtung standen auf dem Programm. In den Einrichtungen wurden wir über deren Alltag und das Thema „Wohnungslosigkeit" informiert.
Betroffene Menschen stehen im Abseits und können nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Obwohl sie in unserem Alltagsleben ständig präsent sind, wird ihnen wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Mit den Fragen „Was brauche ich, damit ich gut schlafen kann?" oder „Wohin gehe ich, wenn ich Rat suche oder vor ausweglosen Situationen stehe?" versuchten wir Brücken zu unserem eigenen Leben zu schlagen.
„Wie kam es dazu, dass Du wohnungslos geworden bist?" und „wie gestaltet sich Dein Tagesablauf?" – diesen oft sehr persönlichen Fragen stellte sich Berti, der selbst 12 Jahre lang auf der Straße lebte, am Ende in einer Gesprächsrunde. Das Highlight unseres Rundgangs! Durch seine Offenheit konnten wir uns gut in seine Lage versetzen und Vorurteile, die in der Gesellschaft gegenüber Wohnungslosen weit verbreitet sind, abbauen.
Herzlichen Dank an Berti und unsere Kolleg*innen von der Wohnungslosenhilfe, die uns diese sehr interessanten Einblicke ermöglichten und uns unsere Stadt aus einer anderen Perspektive nahe brachten!
von Johanna Stirnweiß

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